Der G´spritzte hat immer Saison
Heute findet die neunte Etappe der Weinrallye statt, die im Sommer 2007 vom deutschen Winzerblogger initiiert wurde. Dabei sind alle deutschsprachigen Genussblogs eingeladen, über ein bestimmtes Thema zu schreiben. Der Betreuer der jeweiligen Etappe, in diesem Fall das deutsche Weingut Steffens-Keß, sammelt die Links und veröffentlicht am Ende eine Zusammenfassung.Diesmal soll es um unkomplizierte Alltagsweine gehen, die auch nach einem zweiten Glas noch Spaß machen. Grund genug, meinen ersten Gastblogger-Beitrag einem typisch österreichischen Getränk zu widmen, das zumindest bei großzügiger Auslegung in das Weinrallye-Thema paßt:
Der G´spritzte, vulgo Spritzer
Viele Österreicher bevorzugen für den alltäglichen Weingenuss nämlich eine Mischung von Sodawasser und Wein. Dieses Getränk ist nicht nur angenehm leicht im Alkohol, sondern dank der Verbindung der Kohlensäure des Wassers mit dem Säuregehalt des Weines auch besonders erfrischend.Auch wenn es auf den ersten Blick verwundern mag, wenn ausgereichnet ein Winzer der Verdünung "seines" Rebensaftes mit Wasser Positives abgewinnen kann: Echte Kenner wissen längst, dass nur aus einem guten Wein ein guter G´spritzter entsteht.
Die Kohlensäure des Wassers fördert nämlich beim Aufsteigen auch den kleinsten Makel im Aroma des Weines und den geringsten unharmonischen Bitterton gnadenlos zu Tage.
Deshalb braucht es für einen richtigen G´Spritzten einen ausgesprochen eleganten Weintypus. Der muß zwar nicht besonders kraftvoll, vielschichtig (und teuer) sein, sorgfältig gekeltert und gepflegt aber allemal.
Besonders geeignet ist die österreichische "Nationalrebe", der Grüne Veltliner. Er dominiert nicht nur in Niederösterreich und Wien, sondern spielt gerade für den G´Spritzten auch im Burgenland eine große Rolle.
Ebenso geeignet ist der Welschriesling, der meist eine Spur frischer und säurebetonter wirkt. Ihn trifft man zwar auch vereinzelt im Burgenland, in der Steiermark ist er aber der unumstrittene Hauptdarsteller.
Wer es extravagant und intensiv mag, kann auch mit Muskateller oder Sauvignon blanc aus allen Weinbaugebieten spannende Mischungsergebnisse erzielen. Und wem es auf die Farbe ankommt, dem beschert der Rose-Spritzer ein trendiges Pink.
Auch die Rotwein-Version ist durchaus verbreitet. Dabei ist aber darauf zu achten, dass man einen sehr milden, tanninarmen Wein verwendet, weil die für viele Rotweine typischen Gerbstoffe nicht mit der Kohlensäure des Wassers harmonieren. Außerdem sollte der Rotwein auf Weißwein-Temperatur gekühlt werden, um dem G´Spritzten seine Frische zu bewahren.
Auch wenn ihn viele als typisches Sommergetränk sehen: Der G´Spritzte hat eigentlich immer Saison!
Themen: Wein
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G'spritzter Schilcher
zum G'spritzten muss ich unbedingt meinen Senf dazu geben. Hervorragend eignet sich der Schilcher zum Spritzen. Er behält - trotz 1:1 Msichung mit Mineralwasser - sein volles Aroma und schmeckt, wegen seiner typisch säuerlichen Note besonders erfrischend. Er ist mittlerweile mein liebster Sopmmer-Spritzer. Für die, die den Schilcher nicht kennen: Er ist ein Roséwein, der aus der Traubensorte Blauer Wildbacher gekeltert wird und nur im österreichischen Bundesland Steiermark dieses Bezeichnung führen darf.
G'spritzer = Schorle?
Ich habe damit keine Erfahrung, habe aber bei Deutschlandaufenthalten schon mal gesehen, dass vor allem Frauen das manchmal in Gaststätten bestellten.
In Frankreich kenne ich das nur von sommerlichen Mittagessen, wo man mal Wasser, aber eben stilles, in den Wein gießen darf, weil man sonst in der Nachmittagshitze nicht mehr arbeiten könnte... auch haben mir viele Freunde erzählt, dass sie als Kinder ihr Wasser mit ein paar Tropfen Rotwein taufen durften, und so (natürlich in strengen Maßen) an den Geschmack gewöhnt wurden.
Und weil es grad so schön ist ...
Der wohl meistgereiste Journalist des Landes - Karl-Hein Jeller hat sich unter die Blogger begeben und erzählt seit neuestem Geschichten und GeschichtELN aus dem Leben eines Reisejournalisten.
Leider ist zu Beginn der noch kurzen Weblog-Karriere für meinen Geschmack dzt. noch ein wenig viel Ausland dabei. Doch nachdem ich weiß, dass der Osttiroler Reisechef bei der zweitgrößten Tageszeitung Österreichs (Kurier) passionierter Schifahrer, Gourmet und Naturfan ist, werden seine Österreich-Geschichten auf seinem Blog bald stark anwachsen.
Schön, dass du in der Bloggosphäre gelandet bist. Dort wird auch die Zukunft des Reisejournalismus sein ...