(Wiener) Herz - bleib heurig! I

Bekanntlich habe ich einen Mann geehelicht, der einer durchaus ansprechenden Insel entstammt. Wann auch immer ich ihn aber frage, ob er nicht lieber hätte, dass wir in Island wohnen, antwortet er mit ungespielter Vehemenz: Nein! Dort gibt es keinen Heurigen!
Recht hat er. Unklug, wer sich zu weit vom Buschen entfernt, der seit Josef dem II die Kellergasse ziert.
Der Heurige ist die Konserve alles Guten im (Ost)-Österreicher. Er ist üppig, raunzert, herzzerreißend selbstlos und überbordend poetisch. Er ist der Ort, an dem jeder neben jedem sitzt, an dem Taufen gefeiert und Begräbnisse beendet werden - wenn das kein Symbol ist!
Unsere Lieblingsgegend ist Hagenbrunn nördlich von Wien. In der Schlossgasse 17 betreiben Theres und Stefan Oberschil ihren Heurigen. Rotweinguglhupf und Schaumröllchen finden auch dann noch Platz im Magen, wenn dieser von Braten, Aufstrich und Salat bereits versöhnlich gefüllt ist. Und der Wein! So wohlschmeckend sind Grüner Veltliner DAC, Gelber Muskateller und die Rieslinge, dass wir immer ein, zwei Flascherln auf die Insel mitnehmen, von der anfangs die Rede war. Gelber Muskateller auf Quellmoos im Nieselregen. Noch lieber aber: über den Bisamberg wandern und dann beim Oberschil einkehren. Oberschil, unser Herz bleibt heurig!
Stefan Oberschil in 2102, Hagenbrunn, Schlossgasse 17, hat ausgesteckt: 01.04.2009-19.04.2009, 21.05.2009-14.06.2009, 17.07.2009-16.08.2009, 11.09.2009-27.09.2009, 13.11.2009-08.12.2009
Telefon: 02262/672780 oder 672110
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Das liegt ja auf meinem
Ja, jetzt wo Du es sagst