Ein Wien-Urlaub im Wohnzimmer - das "Phil"

Das ungewöhnliche Lokal Phil gleich hinter Naschmarkt und Secession sieht so aus wie ein Wohnzimmer, tatsächlich ist es jedoch ein urgemütliches Kaffeehaus in dem neben allerlei Kulinarischem auch Bücher, Musik, Filme und sogar gebrauchte Design-Möbel feil geboten werden.

"Alte" Hadern, die man als CD oder Schallplatte (!) auch gleich kaufen und mitnehmen kann, dröhnen aus den Sennheiser-Funkkopfhörern (Kultgegenstand), Secondhand-Möbel aus den 70ern und 80ern (wie bei meinen Großeltern - ehrlich - die Lampe gab es in deren Wohnung auch ...) stehen einfach so in der Gegend herum und können unter dem Motto "altabergut-phil" gleich vor Ort erstanden werden.
Bibliophil ist das Phil ebenso - allemöglichen Bücher stehen herum, weil das Phil auch eine Buchhandlung mit Lesestoff ist, allerdings sind die Bücher im Gegensatz zu den Möbeln nicht aus zweiter Hand. Dass heisst man wird auf der Speisekarte zwar zum Schmökern darin aufgefordert, aber gleichzeitig charmant gebeten dies aus Respekt vor den Büchern nur mit sauberen Fingern zu tun (*gg*).

Ja - und schließlich ist das Phil auch ein kleiner Filmladen mit kaufbaren Festival-Filmen, UK-Importen und cineastischen Kult-Klassikern - kaufbar natürlich. Und im musealen Gartenbaukino betreibt man eine Philiale. Witzig.

Mich begeistert das Lokal ja vor allem auch zum morgendlichen Schmausen: es gibt ein Frühstückspensions-Frühstück (hihi - stimmt ja wirklich: die Komposition ist wie in der Privatpension im Schiurlaub), ein Philgood-Frühstück und ein Philfraß-Frühstück. Der Rehrücken-Kuchen (wo gibt es denn sowas noch) schmeckt wie der von meiner Mama und hat sogar die echten Mandelsplitter am Rücken drin.
Sehr nett. Rauchfrei. Gratis WLan. Hoher Kult(ur)-Faktor. Etwas bobophil :-) - ok. Aber schließlich gibt es hier regelmäßige Literatur-Abende und Lesungen (Die nächsten Termine gibt es hier). Ja und das Phil ist nicht nur für mich Potential zu meinem 2. Wohnzimmer zu werden - auch die österreichischen Schriftsteller-Szene trifft sich hier wohl nicht nur zum literarischen Gedankenaustausch.
Definitv - das Phil ist nach Naschmarkt, K&K Hofzuckerbäckerei Demel, Sacher, Kunsthalle, Kaffeeküche und dem Hawelka, eines der kulinarischen Café-"must-see" bei jedem Wien-Trip!
Themen: Kaffeehaus wien skurril Kultur
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