Weihnachtsmärkte sind kulinarisch gesehen in dieser Form nur im Winter möglich. Kiachln mit Sauerkraut möchte ich zu keiner anderen Jahreszeit essen. Kastanien schon, aber die gibt’s nur in der kalten Jahreszeit. Über Glühwein verliere ich keine Worte, weil er grässlich schmeckt. Außer ein selbst gemachter.
Letzens am Weihnachtsmarkt in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße. Ich trinke einen Hot Capirinha, weil ich eben keinen Glühwein mag. Heißer Capirinha? Auf dem Christkindlmarkt? Schon seltsam, irgendwie. Aber ich hab ja keine Wahl. Dann steh ich da und warte drauf, dass ich gefragt werde, was ich denn möchte und schaue mich um. In der kleinen Bude stehen zwei junge Männer mit Nikolausmütze, einer schenkt dampfenden Capirinha aus, der andere rührt in einer Riesenpfanne mit Kaiserschmarrn. Kurz denke ich: oh, wie lecker... Kaiserschmarrn! Ich blicke den Wartenden neben mir in die großen, leuchtenden, hungrigen Augen und sehe dort stehen: Haben wollen! Dann greift der junge Mann mit Kochlöffel nach einer Rumflasche und schüttet einen sehr kräftigen Schluck davon in den Kaiserschmarrn. Sie können sich die Größe der sofort entstehenden Stichflamme nicht vorstellen! Ich denke: Der Kaiser brennt! Manchmal verstehe ich nicht, was auf Christkindlmärkten so getrieben wird. Ich schüttle den Kopf und nehme meinen Hot Capirinha.
Sabine Theiner am Montag, 10. Dezember 2007, 08:57